von Sprachen

Wenn Abgeschlossenheit einer Sprache die Eigenschaft einer Sprache bezeichnit sich selbst bezeichnen zu können (nicht nur syntaktisch) und abstraktionsfrei die Eigenschaft ist, dass in der Sprache keine Abstraktion existiert, gibt es dann eine abgeschlossene, abstraktionsfreie Sprache?

Vielleicht ist es die Sprache die aus einem Wort besteht.
Bei nur einem Wort ist es annehmbar, dass keine Abstraktion vorliegt, da nichts weiter zum abstrahieren vorliegt (wobei Abstraktion wohl schon selbst eine Abstraktion ist). Bei nur einem Wort ist es zudem wohlmöglich annehmbar, dass das Wort sich gerade selbst bezeichnet.
Dabei ist das Wort nicht exklusiv Wort der gesprochenen Sprache und Sprache nicht exklusiv die gesprochene Sprache. Sprache kann ebenso oBdA Zeichen, Symbol oder Geruch sein und ist vielleicht Synonym für Kommunikation, zumindest semantisch nah.

Gibt es überhaupt eine abstraktionsfreie Sprache? Ist Sprache möglich ohne Abstraktion?
Nehmen wir die Sprache die aus dem Wort „Hilfe“ besteht. Hilfe ist sicherlich abstrakt zu verstehen, aber nehmen wir an wir haben ein primitives Tier, oder einen Roboter der diese Sprache versteht. Nun verursacht das verstehen von „Hilfe“ vielleicht reflexartig das Herbeikommen zum Aussprechenden ohne, dass konkrete Formen von Hilfe bekannt sind bzw. dabei gedacht oder angenommen werden. Wenn dies so möglich ist scheint Sprache ohne Abstraktion möglich zu sein.

Gibt es überhaupt eine abgeschlossene Sprache?
Bekanntlich haben wir Menschen bisher, unabhängig vom verwendeten Derivat der anscheinend recht universellen Sprache, Probleme damit unsere Sprache beispielsweise einer Maschine beizubringen. Sei unsere Sprache nicht abgeschlossen, ist es uns dann möglich sie zu übertragen auf ein anderes verstehendes Medium? Mit unseren Kindern funktioniert das anscheinend und unter der Annahme, das unser Nervensystem nachbildbar ist und dem Ausschluss, dass „seelenartige“ Konstrukte hier eine Rolle spielen, sollte dies also auch mit andern Medien möglich sein. Aber sagt das etwas über die „Abgeschlossenheit“ der Sprache?
Ist es beispielsweise möglich Abstraktion ohne Abstraktionen zu erklären? Ist unsere Sprache „atomisierbar“ und dennoch „komplett“?

Zweifellos ist für eine effiziente, oder vielleicht lieber „allgemeine“ – nennen wir sie „komplexe Sprache“ – Abstraktion ein wichtiges Mittel. Selbst wenn wir die Möglichkeit, dass Abstraktion zwingende Bedingung der Sprache ist außer Acht lassen, so ist sie zumindest ein Werkzeug zur Ressourcenschonung.
Konkret: Wir können von Autos reden. Vielleicht reden wir von Geländewagen, was wohl Derivat der Klasse „Auto“ ist, und haben damit zusätzliche Informationen bereitgestellt. Weiter können wir von einem BMW 3er sprechen, was noch tiefer abgeleitet ist (freilich nicht von Geländewagen). Doch wie konkret können wir werden? Wenn wir nun von den Reifen sprechen. Das runde Ding aus Gummi und Metall. Rund, Ding, Metall. „Eisen“ scheint „atomes“ Wort unserer Sprache zu sein, zugehörig beispielsweise zur Klasse „Metall“. Doch können wir alles was wir mit Hilfe unserer Sprache verstehen soweit atomisieren, dass wir am Ende des Graphen keine Klassen mehr stehen haben?

Ein Beweis hierfür wäre reichlich interessant. Beweise arbeiten gerade auf unserer Sprache und unserem Verständnis. Sprache, Mittel zur Verbreitung von Verständnis. Kann es einen Beweis geben der dies beweist?
Ein Beweis bricht komplexe Sachverhalte soweit herunter, dass sie annehmbar verständlich sind. Der Beweis selbst „beweist“ nicht mehr als die These es schon tut.

/edit 11/10/18 9pm
Wenn man weiter an der Granularität dreht ist wohl auch Eisen kein „Atom“ mehr und selbst Atom nicht.